Die Therapie bei Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten kann nur
dann Erfolg haben, wenn das Förderkonzept auf jeden Betroffenen individuell zugeschnitten wird.
Ein strukturiertes Vorgehen von leicht zu schwer unter stetiger Anpassung der Anforderung und Bedarfe ist Basis für die Arbeit im Bereich Lesen/Schreiben.
Die unten genannten Programme sind genau für dieses Vorgehen konzipiert
und werden im Leseschiff durch Übungen und Methoden aus anderen Fachbereichen wie der Logopädie und Heilpädagogik sinnvoll ergänzt.
Es ist aber zu beachten, dass, bei gleichzeitigem Bestehen von Auffälligkeiten
in anderen Bereichen (z.B. Sprachentwicklungsstörung, ADHS), eine gezielte Therapie durch entsprechende Fachkräfte parallel zur Lese- Rechtschreib - Förderung unabdingbar ist.
Besonders wichtig ist es auch, die Faktoren Motivation und Emotion stets zu berücksichtigen sowie im ständigen Austausch mit Bezugspersonen
(z.B. Familie und Schule) zu stehen, um Erfolgserlebnisse zu sichern und
erlangte Kompetenzen in den Alltag zu transferieren.
Der Kieler Leseaufbau ist ein Leselehrgang, der in kleinen Schritten vom Leichten zum Schweren fortschreitet. Er ist in 14 Stufen von unterschiedlicher Dauer eingeteilt. Die Gesamtarbeitszeit beträgt etwa 60 Stunden. Das Werk fußt auf dem heilpädagogischen Grundsatz, Schwierigkeiten zu isolieren.
Die Autorinnen (Dr. Lisa Dummer-Smoch, Renate Hackethal) entwickelten den Kieler Leseaufbau aus ihrer langjährigen Erfahrung in Förderzusammenhängen.
Er ist in der Therapie von Kindern mit schweren Leselernproblemen kaum noch wegzudenken und findet immer mehr Eingang in den Anfangsunterricht.
Das Material eignet sich auch für die Arbeit mit Erwachsenen und Analphabeten. Auch die Eltern-Kind-Arbeit profitiert vom Kieler Leseaufbau.
Im Vergleich zu anderen Fibelwerken werden schwierige Komponenten erst eingeführt, wenn das Leichte erfolgreich erlernt wurde.
Der Kieler Rechtschreibaufbau schließt an den Kieler Leseaufbau an.
Er unterstützt den weiteren Lese- und Schreiblernprozess und behandelt die orthographischen Schwierigkeiten, die im Kieler Leseaufbau noch ausgeklammert bleiben.
Quelle: Veris-Verlag