Legasthenie oder Dyslexie ist eine dauerhaft bestehende Störung des Schriftspracherwerbs. Die Lese- und/oder Rechtschreib-leistungen liegen dabei unter einem allgemein bzw. individuell zu erwartenden Vergleichsstandard, wobei die Intelligenz als mindestens durchschnittlich eingeordnet wird (Diskrepanzkriterium). Zudem muss eine unangemessene Beschulung ausgeschlossen werden können.

Lern- bzw. geistigbehinderte Schüler, die meist auch im Bereich Lesen/Schreiben schwache Leistungen zeigen, erfüllen die Kriterien einer Legasthenie demnach nicht.

- siehe "International Classification of Deseases, ICD-10"

 

Eine eindeutige Erklärung für das Auftreten einer Legasthenie gibt es nicht. Es werden mehrere Ursachen diskutiert, woraus ein multifaktorielles Geschehen abgeleitet werden kann:

  • Erbfaktoren (die Forschung ist hier noch nicht abgeschlossen)
  • Normabweichungen neuroanatomischer,hirnfunktioneller Merkmale
  • Verbindung mit mangelnder phonematischer Bewusstheit


Ein Zusammenhang mit auditiven (Ohr) oder visuellen (Auge) Verarbeitungsschwächen sowie motorischen Steuerungsschwächen oder Konzentrationsproblemen wird ebenfalls häufig vermutet. Vielmehr stellen genannte Auffälligkeiten aber eher beeinflussende und weniger ursächliche Faktoren dar.

 

Legastheniker / Menschen mit Leseschwäche machen die gleichen Fehler wie Schreibanfänger, allerdings in viel größerem Ausmaß.

Um festzustellen, ob eine Lese-Rechtschreib-Schwäche vorliegt, bedarf es einer Testung durch Fachpersonal. Die Diagnose "Legasthenie" darf dabei ausschließlich von Psychologen mit entsprechender Ausbildung gestellt werden.


Gerne berate ich Sie in der Frage, wie und wo Ihr Kind / Sie selber bezüglich Lese-Rechtsschreibschwäche oder Legasthenie getestet werden kann/können. Auch den weiteren Weg nach der "Legasthenie-Diagnose" bestreite ich gerne mit Ihnen und stehe Ihnen für Rückfragen zur Verfügung.